 |
 |
| Nachdem wir festgestellt hatten, dass die
Dumpstation auf dem Campground defekt war und wir unser Abwasser
demnach nicht entsorgen
konnten, fuhren wir an diesem bedeckten Sonntag weiter Richtung
Norden. |
|
Unser erster Stopp war Peace River: in der ziemlich
trostlosen kleinen Downdown war kaum ein Mensch zu sehen. Naja, Sonntags
gegen 12 Uhr nicht unbedingt verwunderlich. Wenigstens konnten wir
unser Abwasser loswerden und unser Benzintank auffüllen. Um so grösser
war unser Erstaunen, als wir am Ortsende im Shopping Center eine rechte
Menschenmenge
antrafen. Schon speziell, diese kanadische Stadtaufteilung
mit den Versorgungsstation (Lebensmittel) draussen auf der grünen
Wiese und den ausgestorbenen Innenstädten. |
 |
|
Grimshaw - Mile 0 vom Mackenzie Highway
An diesem historischem Ort durfte natürlich der obligate Fotostopp
nicht fehlen. Der Mackenzie, benannt nach dem gleichnamigen Entdecker,
der 1779 für die Hudson Bay Company neue Routen suchte, führt
von hier aus ins 1001 km entfernte Yellowknife bzw. nach Wrigley,
das 1160 km entfernt ist. Der Highway wurde erst 1949 fertiggestellt
und noch ist die Strecke Grimshaw - Yellowknife nicht durchgehend
geteert. Was sich aber im Jahr 2005 noch ändern wird. Der
Mackenzie Highway ist zwar auch im Winter durchgehend befahrbar,
jedoch hängt die Öffnung stark mit der Mackenzie Fähre zusammen,
die je nach Witterung nicht immer fahren kann.
Das
Visitor Center, das in einem ausrangiertem Eisenbahnwagen untergebracht
ist, sollte
man
auf
keinem Fall verpassen.
Obwohl
draussen höchstens 15 Grad waren und ein frecher Wind wehte,
begrüsste
uns drinnen eine Mittfünzigerin barfuss. Diese Nordländer
scheinen die Temperaturen irgendwie anders wahrzunehmen. Herzlich
warm war auf jeden Fall ihr Empfang und neben allerlei Broschüren
und Karten versorgte sie uns noch mit zahlreichen persönlichen
Tipps inkl. einer eindrücklichen Warnung vor den Moskitos
und den Blackflies dort oben. Obwohl wir diese erste Mahnung nicht
ausserordentlich erst genommen haben, sollte sich das im späteren
Verlauf unserer Reise noch unschön bewahrheiten.
Einmal mehr
waren wir dankbar für
diese kanadischen Visitor Center, die uns schon so oft auf unseren
Reisen
eine gute
Anlaufstelle
waren.
|
|
|
In der Sprache der Dene Indianer heisst der Mackenzie River übrigens
Deh Cho. Er fliesst vom Great Slave Lake bis in den Artic Ocean und
führt ca. 1/4 der kanadischen Wassermenge. Es muss merkwürdig
sein für die Indianer, dass die Weissen, um 1800 ihre jahrhundertealte
Namen einfach ersetzten. Erst jetzt bemüht man sich hier und da
die indianischen und die Namen der weissen (Spät-) Entdecker wenigstens
parallel zu benutzen.
In Zusammenarbeit mit den Touristikcenter von Alberta, British Columbia
und den Nortwest Territories wurde der sogenannte "The Deh Cho
Travel Connection"
gegründet. Diese grosse Rundtour kann an verschiedenen
Punkten begonnen werden. Am besten eignen sich aber die Orte
Grimshaw, die Meile 0 am Mackenzie River, oder Dawson Creek ,
Meile
0
am
Alaska Highway. Für welche Meile 0 sie sich auch entscheiden werden,
es werden ca. 1800 Kilometer Wildnis und Einsamkeit auf sie warten. |
| Lohnt sich eine Fahrt in den hohen Norden? Nun,
wer über ausreichend Zeit verfügt und ein Fahrzeug hat dem Schotterstrasse
zugemutet werden dürfen, sollte sich diesen Teil von Kanada sicher
nicht entgehen lassen. Die Reise ist zwar lang und machmal auch einsam,
aber sie entschädigt für vieles. Vorallem der westliche Teil mit Fort
Simpson und dem Liard Trail, ist heute noch ein spezielles Abendteuer.
Und wer kann schon von sich sagen, er sei in Yellowknife
gewesen? |
|
Auf dem Highway, auf dem es nur sehr wenig Verkehr hatte,
ging's weiter nordwärts. Die Landschaft wurde schnell
abwechslungsreicher und das platte Cowboyland von Edmonton wich mehr
und mehr sanften Hügeln und waldigen Tälern. Rastplätze mit
Hinweistafeln zu historischen Ereignissen, wie man sie aus anderen Gegenden
Kanadas kennt,
sucht man
auf dieser Strecke allerdings vergebens. Zu jung ist diese Wildnis noch
mit den Ortschaften, von denen die meisten gerade erst ihren
50zigsten Geburtstag gefeiert haben. |
 |
|
Bei Kilometer 143 peilten wir für
die Nacht den kleinen Twin Lake Campground (48 Stellplätze) direkt
am gleichnamigen See
an. Ein altes
kleines
Männlein
mit braunem ledergegertem Gesicht und weissem Bart kassierte die Übernachtungsgebühr
und verteilte Brennholz. Für 3C$ erhielten wir eine ganze Schubkarre
voll, was bei unserem täglichen Holzverbrauch sicher eine Woche
halten wird. Zum erstenmal machten wir auch Bekanntschaft mit den zahlreichen
Mücken. Bis jetzt wurden wir von den Viecher noch verschont aber
hier am Wasser wurde der Aufenthalt schnell mal unangenehm wenn nicht
gerade
ein kleines Lüftchen wehte. |
|
|
 |