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| Als wir gestern den Campground erreichten, hat
uns der Parkranger gleich erzählt, dass es hier
einen schönen Trail gibt, der rund um den ersten See führt
mit einem kleinen Abstecher zum zweiten. Diese kleine Wanderung
wollten wir uns
natürlich an diesem wunderschönen Morgen nicht entgehen
lassen. Auf die Frage ob es Bären in der Gegend habe, versicherte
er uns, dass er seit einiger Zeit keinen mehr gesehen habe. Aber
man sollte trotzdem
vorsichtig sein: Bären gäbe es überall, schliesslich
seien wir in Kanada.
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| Gut mit Mückenschutzmittel eingeschmiert,
machten wir uns kurz nach 9 Uhr auf den Weg. Der Pfad führte
zuerst durch dichtes Unterholz mit Urwald ähnlichem
Charakter. Später
erreichten wir dann den alten Mackenzie Highway, der von
1941-59 hier
gebaut wurde. Warum
die Kanadier diese Strecke aufgaben ist uns ein Rätsel.
Jedenfalls hat die Natur hier schon wieder die Oberhand gewonnen
und es ist nur noch schwer zu erkennen, dass hier mal ein Highway entlang
führte.
Ohne die Hinweistafeln, würde man ihn kaum noch erkennen. |
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In der Nähe des zweiten Sees steht ein
altes verfallenes Trapperhaus aus dem Jahre 1971. Wäre es
nicht
angeschrieben
gewesen,
wir wären vermutlich
daran vorbeigelaufen. Auf der ganzen Wanderung wurden wir natürlich
von zahlreichen Mücken begleitet. Beim Trapperhaus wurde der Ansturm
dermassen gross, dass sich Gabi das Mückennetz über den Kopf
stülpte. Ich hatte natürlich mal wieder keines dabei und so
musste ich
den ganzen Weg leiden. |
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Die Rundwanderung führte langsam
wieder zurück zum ersten See. Immer wieder hielten wir Ausschau nach
Tieren. Aber ausser den lästigen Mücken gab es kein Lebewesen zu sehen.
Hingegen
fanden wir zahlreiche Spuren. Auf dem linken Bild seht ihr die Nagespuren
eines Bibers. Ausserdem sahen wir zahlreiche Bärenspuren und
-kot, aber
Mister
Petz
selbst lies sich nicht blicken. Nach 1 1/2 Stunden erreichten wir wieder
den Campground, der inzwischen einen verlassenen Eindruck
machte: kein einziger Van war mehr zu sehen und auch der Parkranger
hatte scheinbar das Weite gesucht. Nun, für uns wurde es auch langsam
Zeit weiterzufahren. |
| Gegen 11 Uhr hatte uns der Highway wieder.
Der einsame Weg Richtung Norden konnte fortgesetzt werden. Die einzige
Stadt, die wir heute auf unserem Weg zur Grenze des Northern Territiories
passierten, hiess High Level (Km 280, Einwohner 3600). Die Stadt selber
bietet nicht viel. Auftanken, Essen kaufen und weiter gings. Bis zur
Grenze
waren
es immer noch 200 Kilometer. Der Mackenzie Highway änderte sein Bild
nicht. Schnurrgerade zog sich das graue Band durch die einsame Landschaft.
Kaum ein Fahrzeug kam uns entgegen. Der Tempomat zeigte konstant 100
Km/h an und aus dem CD-Player ertönte Michael Jackson.
Radioempfang hier draussen, Fehlanzeige. |
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Um 15.30 Uhr erreichte wie den 60 Breitengrad
und gleichzeitig auch die Grenze zu den Northwest Territories. Das
einsame Infocenter (Km 474) ist die erste Anlaufstelle für Reisende,
die in die Northwest Territories kommen. Bei einer gratis Tasse Kaffee
erzählt
einem der Parkranger von der Schönheit dieses Bundesstaates. Nachdem
wir uns mit zahlreichem Infomaterial eingedeckt hatten, gings dann
noch
auf Fototour. Hier machten wir zum erstenmal Bekanntschaft mit den
Blackflies: beissende Schwarze Fliegen, die recht ungemütlich werden
können. Der Mückenspray soll aber auch gegen diese Viecher helfen.
Wir werden es ja im Laufe der Reise sehen, ob das wirklich der Fall
ist. |
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Die Northwest Territories. Mit einer Fläche von
1.4 Mio. Quadrat Kilometern, ist dieser Bundesstaat der grösste
in Kanada. Momentan leben ca. 42000 Menschen hier, ca. die Hälfte
davon in der Hauptstadt Yellowknife. Die Weite und Einsamkeit ist gewaltig
und kaum vorstellbar. Von Ort A zu Ort B ist es fast immer eine ganze
Tagesreise mit dem Auto und das Flugzeug gehört hier zum Verkehrsmittel
Nummer eins. Tipp: Den Benzintank noch in Alberta auffüllen. In
den Northwest Territories ist das Benzin um ca. 10 Cs/Liter teurer. |
| Nur 73 Kilometer hinter der Grenze hat
sich der die Strasse begleitende Hay River eine 70 Meter tiefe Schlucht
mit Wasserfällen und Stromschnellen geschaffen. Die Alexandra Falls
sind 33 Meter hoch und natürlich ein beliebtes Fotomotiv. Wir
fuhren aber zuerst 2 Kilometer weiter zum Campground, um von dort aus
dann per Trail zu
den Wasserfällen zu gelangen. |
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Beim Campground selber
hat man einen guten Ausblick auf die Louise Falls. Dieser dreistufige
Wasserfall
ist zwar nur halb so hoch wie die Alexandra Falls aber keineswegs
unspektakulärer. Der 5 Kilometer langen Wanderweg führt oberhalb
des Flusses entlang,
teils durch helle Birkenwälder, hinauf zu den Alexandra Falls. Hinweistafeln
am Wegesrand erzählen wie früher die Indianer die beiden Wasserfälle
mit ihren Kanus umgehen mussten.
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Mit ein bisschen Mut und Geschick kann
man die Böschung runterlaufen und ist dann direkt beim Wasserfall.
Mit ohrenbedäubender Lautstärke schiess das Wasser an einem vorbei
in die Tiefe. |
Der schöne und ruhig gelegene Campground
läd zum Verweilen ein. Die sanitären Anlagen sind top und wurden
dieses Jahr erneuert. Die 18 Stellplätze waren kaum belegt. Eigentlich
wollte ich noch ein Lagerfeuer machen, aber die Müdigkeit und die
zahlreichen Moskitos hatten etwas dagegen.
Campingplatz-Kordinaten: N 60.30.467, W 116.16.610, Höhe 276m.ü.m |
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