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Eine unruhige Nacht lag hinter uns, als
wir an diesem frühen Morgen unsere Zelte im Twin Falls Gorge
Campground abbrachen. Irgendwie finden diese Moskitos immer wieder
ein Schlupfloch
in unserem Van-Camper, durch das sie in den Innenraum gelangen
können.
Zum Glück hatten wir unser Mückenspray dabei,
so konnten wir wenigstens einigermassen normal schlafen. Nach dem
Frühstück fuhren
wir dann weiter Richtung
Norden.
Mit dem Wechsel in die Northwest Territories haben auch die
Highways ihre Namen geändert. Obwohl die Strecke von Grimshaw
nach Wirgley offiziell der Mackenzie Highway ist, werden hier im
Norden
die
Highways nach den Gegenden benannt, durch die sie führen.
In unserem Fall wird der Mackenzie Highway heute zur Waterfalls
Route. In Enterprise (Km 83.3) zweigt
dann die
Strasse ab, um den Reisenden ins 38 Kilometer entfernte Hay River
zu bringen. Diesen Abstecher von total 76 Kilometer hin und zurück
auf der Great Slave Route, sollte man in Erwägung
ziehen, denn es wird bis Yellowknife keine andere Stadt mehr geben.
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Hay River am grossen Great Slave Lake.
Mit 3835 Einwohner ist die Stadt die zweitgrösste in den Northwest
Territories und mit dem 18 stöckigen Hochhaus hat der Ort sogar
das höchste
Gebäude dieses Bundesstaates. Selbst in Yelloknife
findet man keinen grösseren Wolkenkratzer.
Hay River besitzt einen kleinen Hafen, in dem Fischerboote und kleine
Frachtschiffe
liegen,
die entlegene
Gebiete
bedienen. Ansonsten gibt es auch hier nicht viel zu sehen und es genügt
allemal den Ort einmal zu durchfahren. Auftanken und Essen kaufen,
das Übliche eben, was Reisende in solchen Orten machen. Ein Besuch
im Visitorcenter darf natürlich auch nicht fehlen. Hier konnten
wir unser Abwasser entsorgen und Frischwasser auffüllen. |
Panoramabild |
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| Was man natürlich in Hay River nicht
verpassen darf ist die Fahrt zum Great Save Lake, denn nur hier ist
der See gut zugänglich, während man sonst kaum Gelegenheit hat, ihn
von der Strasse aus zu sehen. Der zweitgrösste
Süsswasser
See von Kanada hat eine Fläche
von 28400 Km2
und ist nur
wenig kleiner
als der Great Bear Lake (31700 Km2).
Der See selber liegt auf einer Meereshöhe von 159 Meter. Von Hay
River aus sieht man das andere Ufer nicht und somit kommt hier ein
bisschen Meeresstimmung
auf. Obwohl der See sehr sauber ist, läd er nicht gerade zum Baden
ein: Die Wassertemperatur ist dazu einfach
zu
tief und der
Strand
mit dem zahlreichen Schwemmholz macht einen ziemlich unwirtlichen
Eindruck. |
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| Gegen Mittag verliessen wir Hay River wieder.
Nur 5.1 Kilometer hinter dem Ort zweigt die Strasse ab nach Fort
Smith
(2400
Einwohner)
und
somit
in
den 1922 gegründeten
Wood Buffalo Nationalpark. Angesichts unseres straffen Zeitplanes
konnten
wir
diesen
Nationalpark leider
nicht besuchen. Der Wood Buffalo National ist auch kein Park,
den man in einem oder zwei Tagen besichtigen kann. Der Nationalpark
ist mit 44800 Km2 grösser als die Schweiz (41285 Km2) und verfügt
nur über eine einzige Strasse. Wer
trotzdem das
Visitor
Center in Fort Smith besuchen möchte, muss sich auf eine lange
einsame Fahrt vorbereiten. Die 267.2 Kilometer lange Schotterstrasse
soll aber
in einem guten Zustand sein. Der einzige Campground befindet sich in
Fort Smith. Der Park selber liegt zwar zu 3/4 in
Alberta, da aber das Hauptquartier in Fort
Smith
ist
und
die
Zufahrt nur via dem Northwest Territory möglich ist, gehört
der Park offiziell
zu den NWT. Laut neusten Zählungen sollen sich im
Park etwa 4000 Bisons aufhalten. Es ist die grösste freilebende
Herde Nordamerikas. |
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In Enterprise (Km 83.2) wechselten wir
dann wieder auf die Waterfalls Route, die nach Osten
Richtung Fort Providence führt, wo die Fähre
den Mackenzie River überquert. Auch dieser Highway ist relativ einsam;
Fahrzeuge kamen uns fast keine entgegen. Die Gegend verändert ihr Gesicht
kaum und bietet nichts interessantes. Einzig die Bäume
am Strassenrand werden immer kleiner. Bei Kilometer 167.1 erreicht
man die Abzweigung zum Lady Evelyn
Falls
Territorial
Park mit Campground. Um den Wasserfall zu sehen muss man den
6.4 Km entfernten Campground anfahren. Wir haben diesen Abstecher nicht
gemacht und sind stattdessen weiter auf dem Highway
bis zur Kakisa River Day Use Area
(Km
170.7) gefahren.
Hier konnten wir ebenfalls einen kleinen Wasserfall besichtigen. |
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Bei Kilometer 185.8 mussten wir dann
die Waterfalls Route verlassen. Sie führt weiter Richtung Checkpoint
(Fort Simpson). Hier entscheidet sich, wer nach Yellowknife fahren
möchte und wer nicht. Von dieser Kreuzung aus sind es bis in
die Hauptstadt hinauf und wieder zurück rund 680 Kilometer,
was einen Zeitbedarf von mindestens 3 Tagen voraussetzt. Ob sich
die Fahrt
nach Yellowknife
lohnt oder nicht
muss natürlich jeder selber wissen, aber wer schon mal soweit
gekommen ist, sollte diesen Abstecher machen. Wir wechselten also
auf den Frontier
Trail (Yellowknife Highway), der uns nach Yellowknife bringen
soll.
Bei
Kilometer
23.6
erreichten
wir
um
16 Uhr
endlich die
kostenlose Fähre über den Mackenzie River.
Das heisst,
eigentlich
verpassten
wir sie gerade um 1 Minute. So mussten wir halt weitere 30 Minuten
warten bis wir übersetzen konnten.
Ein paar Infos zum Mackenzie River: Mit 4240 Kilometer ist er der
längste
Fluss Kanadas. (zweitlängster in Nordamerika, nur der Mississippi
ist länger). Während der Sommermonate steht eine kostenlose
Fährverbingung von 6 bis 24 Uhr zur Verfügung. Feste Abfahrtzeiten
gibt es nicht: man
fährt, wenn es Autos hat. Im Winter friert der Fluss vollständig
zu und eine Eisstrasse führt dann auf die andere Seite. In den Übergangsmonaten,
in denen die Eisdicke zu gering ist und die Fähre
nicht fahren kann, hat Yellowknife keinen Strassenzugang. Es heisst,
im Jahr 2007 soll eine Brücke fertiggestellt sein. Von
irgendwelchen Bauarbeiten war jedoch noch nichts zu sehen.
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Nur 10 Kilometer hinter der Fähre befindet sich der Ort Fort Providence
mit dem gleichnamigen Territorial Park. Dieser Campground ist der einzige
auf dem Weg nach Yellowknife und liegt direkt am Mackenzie River, so
dass man eine schöne Aussicht auf das Wasser und die Schiffe hat,
die ab und zu mit ihren riesigen Containerladungen vorbeifahren
. Der Parkranger, der unsere Campinggebühr
kassierte, erzählte uns interessante Touri-Geschichten,
aber dazu morgen mehr, denn der Zufall wollte es, dass wir ihn auf unserem
Weg nach Yellowknife nochmals treffen sollten.
Campingpatz-Koordinaten: N 61.19.743, W 117.37.100, Höhe 158m.ü.m |
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