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| Es war kurz nach 4 Uhr als uns Motorenlärm aus
dem Schlaf riss. Zwei weisse Pickups fuhren an unserem Van vorbei in
den
hinteren Teil der Day Use Area. Es war bereits taghell und wir fragten
uns, was die wohl um diese Zeit hier zu suchen haben. Anschliessend
fuhren sie wieder an unserem Van vorbei hielten kurz danach an um dann
mit durchdrehenden Hinterrädern vollgass davonzufahren. Dieses
Schauspiel wiederholte sich einige Male. Es sah so aus als wären
es ein paar halbstarke Indianer,
die ihre Jeeps testen wollten und uns dabei ein bisschen ärgern.
Um nicht zu provozieren, verhielten uns ruhig und nach einer
halben Stunde war der Spuk
vorbei und sie fuhren von dannen. |
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Die nächste Überraschung
erlebten wir dann am frühen Morgen. Nach dem Frühstück
wollte Gabi auf die Toilette gehen. Sie kamm aber nicht weit. Den
gleich
daneben
tauchten plötzlich 4 Buffalos inkl. Nachwuchs auf. Ich stieg
dann ebenfalls aus dem Van, um mir dieses Schauspiel näher anzuschauen.
Wir beobachteten die Tiere eine Weile, diesesmal ohne Schutz des
Autos. Wir konnten uns recht nahe an die Büffel heranwagen,
wobei der Weg zum Auto immer kürzer war als die Distanz zum
Tier. Einer der Bullen schaute immer zu uns herüber, um wohl
die Lage zu schecken, die anderen drei frasen gemütlich und
würdigten
uns keines Blickes. |
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Weiter gings durch
die einsame Mackenzie Bison Sanctuary und wieder wurden wir belohnt
mit
vielen
Tieren am Strassenrand. Einmal überquerte gerade vor uns eine
grössere
Herde den
Highway.
Auf dem linken unteren Bild sieht man gut die Beschaffenheit
der Landschaft rund um den Frontier Trail (Yellowknife Highway).
Eigentlich hat man immer dieselbe Sicht: Teerstrasse und links und
rechts daneben ein ca. 30 Meter breiter
Streifen, der nicht mit Wald bewachsen ist. Das hat seinen
Grund. Man
stelle sich vor, es herrscht starker Wind und einige der Bäume
kommen zu Fall. Dank dem 30 Meter breiten Streifen fallen die Bäume
nicht auf die Strasse sondern bleiben im Streifen liegen und behindern
so den Verkehr nicht. Zum anderen ist die Schneise auch eine natürliche
Barriere im Falle eines Waldbrandes. |
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Im weiteren Verlauf unserer Fahrt Richtung
Mackenzie River, erblickten wir plötzlich auf dem Highway ein
merkwürdiges
Wesen was gar nicht nach Buffalo aussah. Als wir langsam näher
fuhren, erkannten wir es als Schwarzbären. Es war das
einzige Mal, dass ich auf unserer Reise einen Bär fotografieren
konnte. Wir hatten noch weiter 3 Bärenbegegnungen,
die jedoch alle im Schnelldurchgang geschahen. Diesen hier
konnten wir eine Zeitlang aus dem Auto beobachten bevor er sich dann
ins
Dicklicht verdrückte. |
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Nach weiteren ereignislosen Kilometer
erreichten wir gegen Mittag die Abzweigung
nach Fort Providence (Km 308 ab Yellowknife). Diese kleine Community
liegt 5 Km abseits des
Yellowknife Highways und hat 745 Einwohner. Bei der Hinfahrt
liessen
wir das Dorf noch
links liegen, jetzt bei
der
Rückfahrt
wollten wir dieses "Kaff"doch mal näher
anschauen. Fort Providence liegt direkt am Mackenzie River und bietet
eine normale Grundversorgung an. Unter den Blicken von zahlreichen
Indianer fuhren wir die sogenannte "Mainstreet"
hinunter Richtung River. Es sah so aus als würden
nicht viele Touristen den Weg ins Dorf unter die Räder nehmen.
Viel gab's nicht zu sehen, einzig die
schöne
weisse Kirche am Strassenrand ist
uns
aufgefallen. |
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Der Mackenzie River liegt ruhig in
seinem Bett, ab und zu sehen wir ein paar Motorboote auf dem Fluss
rumkurven. Rechts auf dem Bild eine typische Bärenfalle. Dieses
alte verrostete Ding soll also Bären anlocken. Der Köder war jedenfalls
hinterlegt. |
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| Die einzige Tankstelle auf dem Weg
von Hay River nach Yellowknife, die direkt am Highway liegt. Der
Preis lag bei 1.08$. Sicherheitshalber haben wir hier nochmals getankt
da wir ja nach der Fähre rechts abbiegen werden Richtung Fort Simpson.
Die Überfahrt über den Mackenzie dauerte wiederum ca. 15 Minuten.
Wir mussten nicht warten und konnten direkt auf die Fähre fahren. |
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Nach 340 Kilometer ab Yellowknife endet
der Frontier Trail und wir wechselten wieder auf die Waterfall Route
(Km 186), dieses Mal aber in Richtung Fort Simpson. Der Mackenzie
Highway,
wie er im Volksmund auch genannt wird, ist ab hier nicht mehr geteert
und nur noch auf Schotter zu befahren. Die Qualität lässt
an einigen Stellen doch stark zu wünschen übrig. Zahlreiche Schlaglöcher
wechselten
sich im Sekundentakt ab. Daher ist auch die Geschwindigkeit nicht
mehr so hoch und man braucht einige Zeit länger. Es gab aber auch
immer wieder besser Abschnitte und manchmal haben wir
auch
einen
sogenannten
"Grader"
gesehen. Diese
Baumaschienen reparieren den Highway indem sie die zuvor von einem
Lastwagen abgeladenen Erde auf dem Highway verteilen. Ich kann mir
gut vorstellen, dass im Laufe des Sommers die Strecke immer besser
werden wird. Wir sind ja von der Jahreszeit noch recht früh dran
und nach einem Harten Winter sind viele ungeteerte Strassen aufgeweicht
und müssen repariert werden. Die Strecke selber ist nicht sehr interessant.
Die Landschaft ist ein wenig grüner als oben in Yellowknife. Aber
die Aussicht aus dem Auto bleibt meistens gleich. Ein roter Belag,
der die Waldlandschaft regelrecht zerschneidet. |
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Bei Kilometer 320 kreuzt der
Highway eine Abzweigung, die nur im Winter zu befahren ist. Die
Strecke
führt ins 126 Km entfernte Trout Lake in dem 80 Einwohner zuhause
sind. Dieses "Kaff" ist tatsächlich nur im Winter
auf dem Landweg erreichbar. Man stelle sich das mal vor!
Kurz dahinter erreichte wir dann bei Km 323 unser heutiges Tagesziel, den
Sambaa Deh Territorial Park mit Campground. Der gleichnamige Campground
ist sehr schön gelegen, sauber und recht gut ausgestattet. Es hat sogar
Duschen. Als wir auf den Platz fuhren, sprintete uns gleich eine ältere
Indianerin entgegen um uns in Empfang zu nehmen. Es scheint nicht viel
los zu sein,
den ausser unserem Van sehen wir keine anderen Camper. Eine einsame Gegend
hier am Mackenzie Highway.
GPS Koordinaten Sambaa Deh Campground
N 61.08.450, W 119.50.587, Höhe 243m.ü.m |
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Der Territorial Park selber ist berühmt
für seine zwei Wasserfälle, die durch den Trout River Canyon fliessen.
Vom Campground sind beide Fälle ohne Problem zu Fuss zu erreichen.
Die
Coral Falls
sind
zu Fuss ca. einen Kilometer entfernt (rechte Bilder). Die Whittaker
Falls sind sogar direkt von der darübergehenden Brücke aus zu beobachten.
Ausserdem ist der Canyon bekannt wegen seiner vielen Fossilien.
Geht man den Canyon entlang, liegen die verschiedenen Gesteinsschichten
sozusagen aufgeblättert vor einem. So viel versteinerte Vergangenheit
sieht man sonst wohl nur im Naturkundemuseeum, während man hier darüber
klettern muss. In der Slavey Sprache heisst Trout River übrigens
Sambaa Deh. |
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| Am späteren Abend versuchte ich dann noch in der
Nähe der Carol Falls Fische aus dem Trout River zu angeln.
Leider ohne Erfolg. Der Aufenthalt draussen war auch wieder angenehmer
da
fast keine Moskitos da waren. Es ist schon seltsam mit diesen
Viechern: Wir campieren im Wald, direkt daneben ein Fluss,
es ist windstill. Ideale Voraussetzungen für Moskitos, aber dennoch
fehlt von den Plagegeistern jede Spur. Na
ja, uns soll's recht
sein. |
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