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| Da wir erst um 1.30 Uhr ins Bett gekommen sind, hiess es heute morgen erstmal ausschlafen. Der Fort Simpson Territorial Campground befindet sich direkt am Dorfeingang und ist recht gut ausgestattet. Einige Plätze verfügen sogar über Stromanschluss, was auf NWT Campgrounds doch Seltenheitswert hat. Am späteren Vormittag machten wir uns dann auf den Weg nach Fort Simpson. |
Fort Simpson
oder in der Slavey Sprache Liidlii Kue, was soviel heisst wie "der
Platz wo sich die zwei Flüsse begegnen". Fort Simpson
liegt am Zusammenfluss des Mackenzie und des Liard Rivers. Mit
ca. 1200 Einwohner ist Fort Simpson das Hauptquartier der Deh
Cho Region und wurde das erstemal 1803 erwähnt. Es ist eine
einsame Gegend hier oben in der Westhälfte der Northwest
Territories. Die nächstgrössere Stadt ist Hay River
und liegt 428 Kilometer entfernt. Yellowknife ist 628 Kilometer
weit weg und der nächst grössere Ort in British Columbia,
Fort Nelson liegt 482 Kilometer weit entfernt. Daher läuft
hier ohne Wasserflugzeug nicht viel. Das Klima ist mit Yellowknife
zu vergleichen. Auf einen kurzen Sommer folgt meistens ein harter
Winter. Temperaturen unter minus 30 Grad sind hier keine Seltenheit.
Das rechte Bild zeigt Fort Simpson in einer Luftaufnahme.
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Das Dorf selber hat nicht sehr viel
zu bieten, abgesehen vom Nahanni Nationalpark. Touristen sieht man
nicht viele und die,
die kommen, sind wegen dem Park hier. Die einzige Strasse, die von
Fort Simpson weiterführt endet in Wirgley, 220 Kilometer nordwestlich.
Dieser ungeteerte Trail soll nicht gerade von bester Qualität
sein. Im Ort selbst ist nur die 100 Street geteert, alle anderen
geschottert. Ansonsten bietet Fort Simpson was andere Communitys
dieser Grössenordnung auch offerieren, eine komplette Grundversorgung.
Es gibt zwei Tankstellen, ein paar Motels, einen "Golfplatz" und
sogar einen Supermarkt (Northern). Das Angebot ist recht gut aber
sehr teuer. Unglaublich was die hier für Preise haben! Bezahlte
man in Calgary für eine Flasche Orangenlimonade noch 87 Cents,
kostet hier die gleiche Flasche 3.93 Dollar. Auch das Benzin ist
mit 1.10$
das
teuerste auf unserer Reise. Indianisches Kunsthandwerk, das in allen
lokalen Broschüren
angepriesen wurde, gab es in keinem Laden zu kaufen, schade.
Nachdem wir alles erledigt hatten, mussten wir wieder einmal unser Abwasser
entsorgen und Frischwasser auftanken. Dies stellte sich, wie schon in Yellowknife,
als äusserst schwierig heraus. Abwasser und Frischwasser befinden sich
nicht am selben Ort und eine Ausschilderung war auch nicht vorhanden. Irgendwie
ein NWT Problem. Gut ist da, wenn man ein bisschen Englisch spricht und schnell
im Tourist Office fragen kann. |
| Gegen 14 Uhr
verliessen wir Fort Simpson mit ein bisschen Wehmut: Obwohl dieses
Kaff kein touristisches Highlight ist, hat uns doch die spezielle
Atmosphäre gefallen, irgendwie ein vergessener Ort, in dem
alles wie im Zeitlupentempo abläuft. Man hat es nicht eilig,
warum auch. Ungewohnt und faszinierend für uns gestresste
Grossstadtmenschen. 18 Kilometer später erreichten wir erneut
die kostenlose Fähre über den Liard River. Die Überfahrt
verlief ohne Problem und eine Stunde später standen wir schon
an der Kreuzung Checkpoint, wo der Liard Trail abzweigt. |
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Das ist er nun, der berüchtigte Liard Trail - einzige Verbindung zwischen den Northwest Territories und British Columbia. Wir haben lange überlegt, ob wir ihn fahren sollten oder nicht. Es war der Knackpunkt unserer Reise. Vielerorts wird er als harter, einsamer Trail beschrieben, der je nach Witterung schwierig zu befahren ist. Nun, vieles was man liest und erzählt wird, stimmt einfach nicht. Das einzige was stimmt ist, dass der Liard Trail eine einsame Strecke ist - eine sehr einsame. Uns begegnete ein Auto pro Stunde. Auf NWT Seite ist der Trail ungeteert aber in einem sehr guten Zustand. In British Columbia ist er sogar asphaltiert. Nun, wer ungeteerte Highways befahren möchte muss natürlich wissen, dass die Gegebenheiten von Tag zu Tag ändern können. Das ist mit dem Liard Trail nicht anders. Ist er in diesem Monat noch perfekt, kann das im nächsten schon ganz anders aussehen. Also auf jeden Fall in Fort Simpson oder Fort Nelson schnell mal über die momentane Beschaffenheit Erkundigungen einholen. |
| Der Liard Trail führt auf einer
Länge von 393 km von Checkpoint (Mackenzie Highway) bis zum
Alaska Highway in British Columbia und ist ganzjährig geöffnet.
Es ist ratsam für die ganze Strecke Treibstoff mitzuführen,
da ein Benzinvorrat in Fort Liard nicht immer gewährleistet
ist. Von Fort Simpson bis Fort Nelson sind 482 Kilometer zurückzulegen.
Auf den ersten Kilometern bietet der Liard Trail nicht viel. Die
Strasse ist breit und ohne Probleme mit normalen 80 Stundenkilometer
zu befahren. Bei km 34.8 überquert er den Poplar River. Hier
machten wir eine kurze Pause und staunten nicht schlecht, als wir
beim Erkundungsspaziergang entlang des Flusses auf eine verlassene
Blockhütte stiessen. Wer mag wohl in dieser Einsamkeit gelebt
haben? Der Poplar River fliesst nur wenig später in den Liard.
Der Liard River selber fliesst meistens pararell zum Liard Trail,
wobei man ihn von der Strasse aus nie zu Gesicht bekommt. Die weiteren
Kilometer sind einsam, eintönig und wenig spektakulär. |
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Bei Kilometer 103.4 erreichten wir unser Tagesziel, den Blackstone Territorial Park. Die Landschaft hat sich verändert: es ist hügeliger und kurviger geworden. Wir befinden uns in der Nähe der Nahanni Range. Der Park mit dazugehörigem Campground ist sehr schön angelegt. Direkt am Liard River mit wunderschöner Sicht auf die Nahanni Range. Das kleine Visitor Center informiert mit Schautafeln über diese herrliche Gegend. Der diensthabende Indianer war wortkarg und stellte uns mit wenig Begeisterung eine Campingpermit aus. In gebrochenem Englisch klärte er uns lediglich darüber auf, dass die Duschen ausser Betrieb seien. Super, wenn ich das gewusst hätte, wäre ich heute morgen in Fort Simpson noch unter das feuchte Nass gesprungen! Sch... |
Einige interessante und sicher lohnenswerte Wanderpfade wären hier in der Gegend zu erkunden gewesen. Richtig "wären", denn an eine Wanderung war nicht zu denken: Wir hatten ja hier oben inzwischen schon einiges erlebt bezüglich Moskitos, aber was hier abging, sprengte den Rahmen bei weitem. Unser starkes kanadisches Mückenspray erwiess sich als völlig nutzlos und nach rund 300 Metern flüchteten wir zurück in den Camper. Ohne Ganzkörperschutz (Netzanzug von Kopf bis Fuss) konnte man sich draussen nicht aufhalten. Auch die Black Flies waren hier extrem aggressiv. So mussten wir halt den schönen Abend in unserem Van geniessen. Nicht mal einen Abendspaziergang lag drin - das war schon ein starkes Stück.
Der Campingplatz war nur spärlich besetzt. Ausser den defekten Duschen schien er uns in gutem Zustand zu sein.
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| Fort Simpson |
Informationen über das Dorf am Mackenzie River |
| Liard Trail |
Einzige Verbindung von NWT nach British Columbia |
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