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Tipps und Infos für eine unbeschwerte Ferienzeit
in den Northwest Territiories und im Bundesstaat Alberta. Die Infos
beruhen auf eigener Erfahrung und müssen keine allg. Gültigkeit
haben.
Stand Juli 2005 |
Northwest Territories:  |
| "Land of Giants" Land der Giganten, oder anders gesagt,
im Land der Buffalos. Die Northwest Territories, mit 1.4 Millionen
Quadratkilometer
Fläche, der grösste Bundesstaat Kanadas. 42000 Menschen
leben in dieser Wildnis ,davon allein 19000 in der Hauptstadt
Yellowknife. Theoretisch hätte jeder Einwohner 32 qkm für
sich allein zur Verfügung.
Unglaublich diese Dimensionen. Alleine der Wood Buffalo Nationalpark
ist mit seiner Fläche von 44807 qkm grösser als die Schweiz.
Angesichts dieser gewaltigen Dimensionen ist auch das Reisen kein
Honigschlecken.
Es müssen riesige Distanzen zurückgelegt werden in absolutem
Niemandsland. Es gibt Highwayabschnitte da ändert sich das Bild über
hunderte von Kilometer kaum, was eine gewisse Eintönigkeit aufkommen
lässt. Da das Land sehr flach ist, gibt es zumindest am Highway entlang
kaum Aussichtspunkte. Nur wer sich dessen bewusst ist und
nebenbei eine Menge Zeit mitbringt,
der
soll
die
Northwest
Territories
bereisen.
Europäische Touristen haben wir hier oben übrigens kaum gesehen.
Ob sich eine Fahrt nach Yellowknife lohnt, können Sie sich nach
diesem Reisebericht vielleicht selber beantworten. |
Alberta:  |
| Alberta, der Bundesstaat der meist
im Schatten von Britisch Columbia steht. Eigentlich zu unrecht. Den
Alberta hat viel zu bieten, sehr viel sogar. Denn zum einen ist Alberta
die Heimat der zwei berühmtesten Nationalparks Kanadas:
Banff und Jasper. Und zum anderen befindet sich Calgary in Alberta,
die Olympiastadt von 1988 und Austragungsort der berühmte
Stampede, ein Westernspektakel der Superlative, das jährlich
Millionen Cowboyherzen höher schlagen lässt. |
Reisen:  |
Da die Northwest Territories nicht gerade auf
der Hauptreiseroute der Motorhome Vermieter liegen, gibt es eigentlich
keine andere Alternative als sein Gefährt in Calgary oder
in Whitehorse (Yukon) zu mieten. Alles andere macht angesichts
der weiten Anreise, wenig
Sinn. Wer trotzdem sein Auto in Vancouver mieten möchte, sollte
genügend Zeit mitbringen (mindestens 4 Wochen). Es ist sehr
sehr weit bis nach Yellowknife hinauf. Calgary ist hier sicher
die beste Lösung
obwohl auch hier die Kilometer nicht zu unterschätzen sind (Calgary-Yellowknife
1800 Km). Mit dem internationalen Flughafen ist Calgary bestens
von Europa aus erreichbar und die Flugkosten halten sich auch
im Rahmen. Von Frankfurt aus
geht es zum Beispiel mit Air Canada täglich nach Calgary.
Es gibt genügend
Motorhomevermieter, die es erlauben die Northwest Territories zu
bereisen (meistens
mit Nordzuschlag). Whitehorse dagegen, die andere Alternative,
ist da schon erheblich teurer. Vorallem
der Flug hinauf in den Yukon ist aus Europa (Frankfurt), in
der Hauptsaison, sehr teuer. Eine andere Variante wäre die
Einwegmiete.
Übernahme in Calgary, Abgabe in Whitehorse oder auch umgekehrt.
Diese Möglichkeit hatten wir uns auch angeschaut, sind
aber angesichts der Kosten für Einwegmiete und Flug, schnell
wieder davon abgekommen.
In diesem Jahr (2005) werden auch noch die letzen
32 Kilometer Schotterstrasse vor Yellowknife asphaltiert und dann
wird die NWT Hauptstadt endlich durchgehend geteert
erreichbar
sein,
was touristisch sicher einen Aufschwung bedeuten könnte.
Das einzige Hinderniss ist
dann nur noch der Mackenzie River. Hier werden die Fahrzeuge im
Sommer per gratis Fähre über den Fluss befördert
und im Winter bildet eine Eisbrücke den Übergang. Das
Problem sind die Übergangsmonate. Wenn die Fähre
wegen dem Eis nicht fahren kann und die Eisdecke zu dünn ist,
um darüber zu fahren. In dieser
Zeit
ist Yellowknife nicht per Fahrzeug erreichbar. Aber auch das soll
schon bald der Geschichte angehören. Man plant eine Brücke,
die bis 2007 realisiert
werden soll.
Ansonsten ist der Mackenzie Highway sehr gut zu befahren.
Auf der
Strecke
nach Fort Simpson ist der ungeteerte Teil eine wenig ruppig. Der
Liard Trail, auch ungeteert, ist in einem hervorragendem Zustand,
zwar recht staubig aber ohne Probleme mit Motorhomes zu befahren.
Auf
der Seite von British Columbia sogar asphaltiert.
Die
jährlich erscheinende "Milepost" (siehe
auch Kanada 2003) ist auch hier sehr nützlich und informiert detailliert über
denn jeweiligen Zustand der Highways.
Die Reisezeit. Die Northwest Territorys kann man etwa mit Alaska
und Yukon vergleichen, siehe dazu Reisebericht
Kanada 2003. Im Sommer profitiert man im Norden vor allem
von den langen helle Tagen. Alberta und
die Nationalparks
sind in
den
Sommermonaten
immer (zu) gut besucht.
Hier ist die Vor- oder Nachsaison sicher die beste Zeit. Zu früh
oder zu spät
würde ich aber dennoch nicht gehen. In den Rockys kann es
noch bis Mitte Mai Schnee haben und Ende September kommt der Winter
schon wieder zurück.
Das Wetter war mehr oder weniger gut. Einen richtigen Regentag
hatten wir zum Glück nicht. Jedoch war die Sonne auch nicht
immer am Himmel. Meistens war es leicht bewölkt und manchmal
sogar ganz bedeckt. Vor allem die letzte Woche in den Nationalparks
hätte
besseres Wetter verdient. Die Temperaturen waren in Ordnung. Am
Tag kletterte das
Thermometer meistens über 20 Grad, in der Nacht wurde
es jedoch schnell mal kühl. Ab und zu mussten wir am Morgen
die Heizung anstellen, was ich doch sehr schätze an so einem
Van-Camper.
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Statistik:  |
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Schwarz = Fahrstrecke
Gelb = Flug
Rot = Übernachtung
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3 1/2 Wochen Rundreise
Total 5100 Km
221.8 Kilometer pro Tag im Durchschnitt
777.2 Liter Benzin getankt und dabei 748 C$ Dollar bezahlt
Benzinverbrauch auf 100 Kilometer = 15.24 Liter
Benzinkosten auf 100 Kilometer = 14.67 C$ Dollar
Längste Fahrstrecke an einem Tag = 453 Kilometer
Durchschnittspreis pro Liter Benzin = 0.96 C$ Dollar
ca. 2100 Digitale Bilder gemacht
Detaliertere Karten im Tages Reisebericht
Folgende Bücher (Reiseführer)
können wir empfehlen.
- The Milepost (Die Bibel für Alaska, Yukon und Northwest Territories)
unverzichtbar, nur englisch
- Canadas grosser Westen mit Alaska (Verlag: Reise Know-How) sehr
gut
- West Kanada (Verlag Dumont)
- Viele Reiseunterlagen, die man gratis in den Visitor Center erhält
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Motorhome:  |
| Da wir mit dem Van-Camper vor 2 Jahren auf
unserer Alaska-Yukon Reise sehr zufrieden waren, kam eigentlich nur
dieser Typ für die Reise in die Northwest Territories in Frage.
Angesichts der vielen Kilometer, die wir fahren wollten, schien uns
das die beste Lösung - und wir sollten es nicht bereuen. Weiter
Infos dazu im Reisebericht
Kanada 2003. |
Campingplätze:  |
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In den Northwest Territories ist es erlaubt
frei zu übernachten. Allerdings wird es ausserhalb der Ortschaften
schwierig einen geeigneten schönen Nachtplatz zu finden, schlicht
aus dem Grund, dass es ausser den Highways kaum für Moterhomes befahrbare
Strassen gibt. Eben mal abzweigen ist also nicht und schöne Parkplätze,
die nicht direkt vom Highway einzusehen sind, sind Mangelware.
Daher haben wir nur einmal frei übernachtet. In den
Northwest Territories sind
die Campingplätze dünn gesät. Wer seine Reise aber
gut einteilt, kann eigentlich immer auf einem Campingplatz übernachten.
Die NWT Campgrounds waren, zu unserem Erstaunen, in einem sehr
guten Zustand
mit meistens neuen santiären Anlagen. Zwar kosten alle mit
15 C$ pro Nacht gleich viel, geboten wird einem aber nicht immer
dasselbe.
Feuerholz
ist fast immer kostenpflichtig. In Yellowknife sogar "Luxusware" (Bündel
für 10C$).
In den Nationalparks von Alberta ist freies Campieren verboten;
man muss also auf einen offiziellen Campground: Die Plätze
sind gegenüber
2001 massiv teuerer geworden, unter 20 C$ ist kaum noch ein Platz
zu haben, geboten wird aber nicht mehr als früher. Im Gegenteil.
Wer jetzt einen Platz mit Feuerstelle haben
will,
bezahlt
pro Platz und Nacht nochmals 7 C$ obendrauf, was
ich doch für eine
ziemliche
Abzockerei
halte. Dafür kann er dann soviel "nasses" Holz verbrennen
wie er will. Ob diese Geschäftstaktik wohl aufgeht? Ich bezweifele
es. Vielerorts wird jetzt schon gejammert, dass die Camper ausbleiben.
Auch uns ist aufgefallen, dass weniger Camper unterwegs waren und
die Plätze in Banff und in Lake Louise nur zu
3/4 besetzt waren.
Auf einigen Plätzen im Jasper Nationalpark
kann man seinen Platz im voraus reservieren (!Reservationsgebühr
für Jasper 15 C$). In den übrigen
Nationalparks von Banff, Yoho, Kootenay geht es immer noch nach
dem Prinzip,
first-come, first-served. Einige sind Self Registration,
andere, vorallem die grossen Campgrounds, haben Parkrangers, die
nach dem Rechten sehen.
Tipp: Wer mit einer Digitalkamera
und einem Notebook herumreist, muss irgendwann einmal an
die Steckdose. Hier hilft ein 12 Volt Wandler im Auto,
der Strom in 110 Volt umwandelt. Ich hatte jedenfalls mit
diesem
System kein Problem. Immer wenn wir unterwegs waren wurden
meine Akkus auf diesem Weg aufgeladen. Wir mussten kein
einziges Mal Strom von aussen beziehen, was natürlich Geld
spart.
Wie in den 2 Reisen zuvor, habe ich mir erlaubt die Campingplätze,
die wir besucht haben, zu bewerten.
XXXXXX = weiterfahren
XXXXXX = schlecht - genügend
XXXXXX = genügend - gut
XXXXXX = gut - empfehlenswert
XXXXXX = empfehlenswert
XXXXXX = sehr empfehlenswert,
ein Umweg lohnt sich
Ein paarmal haben wir auch auf
sogenannten RV-Parks übernachtet, die neben Duschen auch
Waschmaschinen und Trockner anbieten.
Diese RV-Parks befinden sich meist im Privatbesitz und sind aufgrund
der Ausstattung (Strom, Wasser, Abwasser, Waschmaschine)
meist teurer als die staatlichen Plätze. Der Nachteil, die Plätze
sind verdammt eng aneinander und man kann kein Feuer machen. Und
privat muss auf keinem Fall heissen, dass die sanitären Anlagen
schöner/neuer sind als auf den staatlichen Plätzen.
Aber wer mal so "richtig
grosse" Motorhomes
(RVs) sehen will, der kommt hier aus dem Staunen nicht mehr heraus.
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Tiere:  |
Im Reiseführer stand: "Nur
mit viel Glück, werden Sie auf dem Mackenzie Highway
die berühmten
Wood-Buffalos am Strassenrand zu Gesicht bekommen." Nun, wir hatten
mehr als nur
Glück. Zwischen Fort Providence und Yellowknife sieht man
nicht nur einzelne Tiere,
sondern sogar grosse Herden. Einmal waren es sicher gegen
100 Tiere, die sich ihr Fressen am Strassenrand zusammensuchten.
Auf
dem Liard-Trail
hat uns eine Buffaloherde sogar die ganze Strasse versperrt und
wir mussten uns eine Zeitlang gedulden bis es weitergehen konnte.
Braun-
und Schwarzbären haben wir diesmal nur 4 gesehen und immer
nur im Vorbeifahren am Highway, so dass ein anständiges Foto nicht
zustande kam. Wilde Hirsche laufen einem am
Campingplatz beinahe
über die Füsse, so gesehen im Jasper Nationalpark und
die Eichhörnchen
(Squirrel "Herbie") werden auch von Jahr zu Jahr frechen.
Jetzt aber noch zur Leidensgeschichte. Wir meinen damit nichts
anderes
als die Moskitos. Nun,
wir
haben
ja schon einiges erlebt in Alaska
und auch im Yukon Territory, aber was hier in den Northwest Territoris
mit den Moskitos abgeht, sprengt der Rahmen. Eines vorweg. An
manchen Orten, vor allem am Mackenzie und am Liard River
ist es kaum
möglich sich draussen aufzuhalten ohne den Körper unter einem
Netz in Sicherheit zu bringen. Dazu kommen dann
noch die Black Flies (beissende Fliegen), die
einem
das Leben
noch
zusätzlich
schwer machen. Also, eines sei jetzt schon gesagt, das war
kein Vergnügen,
aber dazu mehr in den Tagesreiseberichten.
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Einkaufen,
Essen, Geld: |
Der kanadische Dollar war zu unserem Zeitpunkt
(Mitte Juni 2005) ca. 1.04 CHF wert. Die Preise sind auch in Kanada
gestiegen. Campingplätze, Benzin, Essen alles ist teurer geworden.
Nicht zu denken der Kanada Nationalparks-Pass. Im Jahr 2001 zahlten
wir für die Jahreskarte noch 35 C$. Dieses Jahr wollten die
doch tatsächlich 109 C$ für die gleiche Karte. Da fehlen
einem die Worte. In Alberta und auch in Britisch Columbia ist der
Benzinpreis pro
Liter noch unter einem Dollar. In den Northwest Territories ist das
bereits Geschichte. Das teuerste Benzin bezogen wir in Fort Simpson
mit 1.10C$/l. In Yellowknife kostete der Liter 1.03 C$. In Yellowknife
selber ist die gesamte Infrastruktur top. In den
abgelegenen Gebieten wird die Auswahl dagegen immer kleiner und die
Preise immer höher.
Fort Simpson, Fort Providence und Fort Liard sind solche Orte, wo
Lebensmittel Apothekerpreise haben. Ein Beispiel gefällig? 2
Liter Orangenlimonade, in Calgary 0.87 C$. Die gleiche Flasche in
Fort
Simpson 3.93 C$. Daher unser Tipp: Lebensmittel nur in den grossen
Orten kaufen.
Eine Einkaufsliste (zuhause machen) ermöglicht ein schnelleres, erstes
Einkaufen. Gute Einkaufsläden sind Superstore, Safeway, Good Food,
Northern.
Neben Bargeld und Kreditkarte, sind Kanadische und US Travellers
Cheque zu empfehlen. Sie werden wie Bargeld behandelt und können
fast überall
eingelöst werden. |
Vermieter,
Reisebüro: |
| Wir haben unsere Reise wieder
beim Schweizer Reisebüro Wildwestcampers,
in Oberwil-Lieli AG gebucht und waren sehr zufrieden. Die Betreuung
in der Schweiz wie auch in Calgary war sehr gut. Der
Van-Camper war sehr gut ausgerüstet und in top Zustand. |
Links: |
Bezogen auf Northwest
Territories und Alberta. Weitere Links in den Tages-Reiseberichten |
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