Mit dem Mountainbike durchs Val Mora
02.07.2018 und 30.07.2018
Zwei fast identische Touren durch das wunderschöne Val Mora im Grenzgebiet Graubünden/Italien. Eine ähnliche Tour habe ich bereits 2015 gemacht, damals mit dem Abstecher nach Livigno. Dieses Mal geht die Tour durchs gesamte Val Mora und da ich so ein grosse Tour mit einem E-Mountainbike mache, lasse ich den Abstecher nach Livigno aus. Mein Akku würde von der Kapazität her, nicht reichen und einen Ersatz habe ich aus Gewichtsgründen nicht dabei.
Wir fahren hier auf Trails die gleichzeitig auch Wanderwege sind, daher gilt die Allgemeine Rücksichtnahme.
Beschrieb hier Tour 2 vom 30.07.2018

Gestartet wird in Buffalora (1967m.ü.m) unterhalb des Ofenpasses. Tour 1, die ich am 02.07.2018 gemacht habe, wurde von Tschierv aus gestartet, auf der anderen Seite des Ofenpasses. Beide Touren können ohne weiteres mit einem E-Mountainbike gefahren werden, man muss einfach seinen Batteriezustand im Griff haben. Je nachdem bedeutet das natürlich, dass eine gewisse Eigenleistung notwendig ist, daher ist sicher eine entsprechende Grundkondition Voraussetzung.
Die Tour führt offiziell über 5 Pässe, wobei zwei eher pseudo Charakter haben. Zuerst gehts hinauf zum Ofenpass (2149m.ü.m). Anschliessend zur Döss Radond (2234m.ü.m). Danach über den Passo Val Mora (1934m.ü.m), Passo di Fraele (1952m.ü.m) und zum Schluss noch über den Passo di Gallo (2279m.ü.m).
Ausser dem langen Aufstieg zur Döss Radond und zum Passo di Gallo, sind die anderen Pässe nicht sehr anspruchsvoll.
Die Tour folgt ab Tschierv bis zum Lago di San Giacomo immer der Beschilderung des Nationalparks Bike-Marathons Nr. 444. Dieser wird jedes Jahr Ende August durchgeführt und führt in der langen Version von Scoul, wieder zurück nach Scoul und ist harte 138 Kilometer lang mit über 4000 Höhenmeter.


Von Buffalora aus geht es zuerst einmal ca. 170 Höhenmeter hinauf zum Ofenpass, am besten den Wanderweg nehmen. Der ist zwar relativ steil, bringt den Puls also gleich mal auf Betriebstemperatur, von der Landschaft her aber sicher schöner als die Passstrasse. Hinter dem Pass zweigt der Wanderweg gleich wieder rechts ab, bei mir war aber gerade ein Pferdetrek unterwegs, somit bin ich die ersten Kilometer die Passstrasse heruntergefahren.

Bis Kilometer 13 gehts mehrheitlich bergab, anschliessend folgt dann der ca. 7 Kilometer lange Aufstieg zur Döss Radond. Von 1562m.ü.m geht es im gemächlichen Tempo hinauf auf 2234m.ü.m. Auf dem Weg treffe ich weitere E-Bike Fahrer und überhole eine Gruppe "Normalos", die über meiner Geschwindigkeit doch ein wenig neidisch hinterherschauen.

In Döss Radond mache ich zuerst mal eine Pause, um die verschwitzte Kleidung zu trocknen. Nach 30 Minuten fahre ich weiter hinab ins Val Mora. Der erste Teil führt über ein breite Schotterstrasse und es kann durchaus mal vorkommen, das einem ein Traktor entgegenkommt. Die Alp Mora ist bewirtet und kann als Verpflegungshalt angefahren werden.
Das Val Mora ist ein unberührtes Bergtal, hauptsächlich besucht durch Biker oder Reiter. Wanderer sieht man eher selten, die Gegend ist recht einsam und man ist relativ lange unterwegs, um wieder in die Zivilisation zu gelangen.
Eine Wanderung vom Ofenpass bis Sta.Maria dauert zum Beispiel ca. 6 Stunden (21km).




Kurz vor der Alp Mora teilt sich der Weg. Wir fahren hier links weg Richtung Passo Val Mora. Der anschliessende Singletrail ist ein absoluter Traum. Wer geradeaus Weiterfährt kommt zur Alp Mora (Verpflegungsmöglichkeit). Von hier aus hat man wieder die Möglichkeit Richtung Buffalora und zum Ofenpass zurückzukehren, habe ich auch schon gemacht. Nur der Aufstieg zur Jufplaun ist mörderisch steil.
Der Singletrail ist einfach, führt meistens oberhalb des Flusses entlang und es geht immer ein wenig bergab. Anfangs Juli, bei der ersten Tour, hatte es noch relativ viel Schnee auf dem Tral. Bei der zweiten Tour am 30. Juli war der Schnee auch noch vorhanden aber nicht mehr in diesem Ausmass.



Der Passo Val Mora (1934m.ü.m) ist die grüne Grenze zu Italien. Speziell daran ist, dieser Pass überquert man beim herunterfahren, und zwar auf beiden Seiten! Denn nur 2 Kilometer später kommt bereits der 18 Meter höher gelegene Passo di Fraele. Diese beiden Pseudo Pässe bemerkt man eigentlich nur, da sie angeschrieben sind.
Beim Lago di San Giacomo, einem Stausee, ist man dann wieder zurück in der Zivilisation. Viele Menschen hat es aber auch hier nicht. Ein paar Biker da, ein paar Wanderer hier. Bei der ersten Tour habe ich den halben Lago di San Giacomo umfahren. Dies ist möglich da sich ca. in der Mitte des Sees die Staumauer befindet (siehe 360 Grad Panorama), die man überqueren kann. Bei der zweiten Tour bin ich direkt abgebogen Richtung Passo di Gallo.



Vom Lago di San Giacomo hat man zwei Möglichkeiten, um nach Livigno zu gelangen. Der Alpisellapass oder den Trelapass. Beide Pässe sind sehr gut ausgeschildert. Rechts der Aufstieg zu Passo Alpisella. Ich bin schon beide Pässe gefahren und daher würde ich, wenn man von dieser Seite her kommt, den Passo Trela bevorzugen. Der Grund ist ganz einfach, der Singletrail von Trela hinunter nach Livigno ist etwas vom besten hier in dieser Gegend.
Wir fahren aber nicht nach Livigno, sondern Richtung Passo di Gallo. Auf einem mehrheitlich breitem Militärweg geht es durchs "Gallo" Tal zum Lago di Livigno. Nach der Brücke wird der Trail schmäler und führt meistens erhöht am Kam entlang, mit herrlichem Blick auf den Lago.






Kurz bevor es auf den Passo di Gallo hochgeht, kommt der schwierigste Teil diese Tour. Eine breite Schottermoräne ist zu durchqueren. Bei mir war die Situation am 2. Juli sehr knifflig. Ich konnte hier nicht fahren, musste das Bike schieben, was auch nicht ungefährlich war. Der Weg ist sehr schmal, es waren jedoch Arbeiter anwesend, die mit einem Bagger das Ganze am Entschärfen waren. Am 30. Juli, bei der zweiten Durchfahrt, war der Weg, mit der entsprechender Vorsicht, bereits durchgehend fahrbar. Es kann daher sein, dass es hier je nach Jahreszeit anders aussehen wird. Wichtig bei so einer Durchquerung, das Bike immer auf der Talseite führen.


Nach der Schottermoräne musste ich das Bike kurz schieben, der steile Anstieg wäre zwar mit einem E-Bike fahrbar, braucht aber dementsprechend viel Akkuleistung. Anschliessend ist der Singletrail aber relativ einfach zu befahren. In Serpentinen geht es von ca. 1829m.ü.m auf 2285m.ü.m. Aufpassen muss man einzig auf die Biker, die im flotten Tempo bergab fahren.


Auf dem Passo di Gallo überquert man wieder die Grüne Grenze zur Schweiz. Anschliessend geht es kurz weiter hinauf Richtung Jufplaun. Die letzte Abfahrt in Richtung Buffalora ist im unteren Bereich, für eine breite Schotterstrasse, extrem steil.


Fazit: Eine wunderbare, relativ einfache, Tour durchs wildromantische Val Mora und dem sehr schönen Passo di Gallo. Das Wetter sollte man aber bei einer solchen Tour im Auge behalten.
| Daten zur Tour | |
| Distanz: | 51.8 Km |
| Zeit in Bewegung: | 3:24:46 H |
| Verstrichene Zeit: | 6:03:24 H |
| Höhenunterschied: | 1519m |
| Höhe min: | 1562m.ü.m (Fuldera) |
| Höhe max: | 2285m.ü.m |
| Durchschnitts Puls: | 146 bpm |
| Max. Puls: | 178 bpm |
| Ø Geschwindigkeit: | 15.2 km/h |
| Rest Akku Stand: | ca 10% |





